Zur Erinnerung an den Geburtstag von Adolf Hitler

Brandenburg, am 11. Februar 2010

Brief als PDF

Lieber Axel,

voller lustvoller Erwartung habe ich Deinen Brief vom 9. Januar 2010 gleich links neben meine Schreibmaschine gelegt. Es würde mir großen Spaß bereiten, diesen ausführlich zu beantworten; war und ist mein Gefühl. Aber es zeigte sich, daß ich Lustverzicht leisten muß, weil sich die zu ziehenden Konsequenzen aus dem Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 2009 vorgedrängelt haben. Das macht natürlich auch Spaß – nur anders.

In den nächsten Tagen wird wohl ein längerer Text dazu (“Die Wende” und “Brief an meine Tochter”) korrigiert vorliegen, der Dir dann sofort per e-Postanhang zugehen wird. Ich nehme hier das Ergebnis der Untersuchung vorweg: Der Beschluß vom 4. November 2009 markiert den Beginn einer Revolution, die eine Weltrevolution sein wird. Das erschließt sich vollständig nur dem, der das Kriegstheater in einfachen Gedanken in seiner Bedeutung als Entwicklung (Fortschritt) des Geistes im Bewußtsein der Freiheit, d.h. seiner selbst, erfaßt.

Die Grundlage dafür ist Hegels Geschichtsphilosophie.

Ich will diesen Gedanken für unsere Diskussion wie folgt “erden” mit einem Kurzreferat über Klaus Schwab, den Erfinder und Veranstalter des jährlich in Davos stattfindenden “Weltwirtschaftsforums”. Aus Anlaß dieser Veranstaltung im Jahr 2007 veröffentlichte die FAZ in ihrer Ausgabe vom 23. Januar 2007 (quasi als Geburtstagsgeschenk für mich) einen Artikel von Klaus Schwab, in dem er – durchaus übereinstimmend mit Hegel -eine geistgeschichtliche Standortbestimmung vorgenommen hat.

Danach hat der Weltgeist die zurückliegenden zwei Jahrhunderte damit zugebracht, sich als für sich seiendes, also auch für sich berechtigtes Individuum herauszuarbeiten und sich als solches dem Gemeinwesen (Staat) entgegenzusetzen. Diese Individuation bis hin zum exzessiven Egoismus unserer Tage ist eine notwendige Bedingung der Freiheit. Im Verlaufe dieses Emanzipationsprozesses haben einige wenige Individuen (durch Geldkapital) so gewaltige Macht erlangt, daß sie sich das Gemeinwesen, den Staat, unterworfen haben. In dieser Lage setze jetzt eine Gegenbewegung zur Befreiung des Gemeinwesens aus der Zinsknechtschaft der Plutokraten ein (Schwab hat sich selbstverständlich einer koscheren Terminologie bedient).

Diese heilsgeschichtliche Entwicklung ist in der Dialektik des Geldes abgebildet. Diese habe ich in einer Besprechung des Buches von Bernd Striegel “Über das Geld – Geschichte und Zukunft des Wirtschaftens” im Mai 2005 skizziert. Selbst wenn Du die schon mal gelesen haben solltest, wäre nochmalige Lektüre für das Verständnis des Folgenden förderlich.

Was ist der entscheidende Gesichtspunkt?

Der entscheidende Gesichtspunkt ist die Erkenntnis, daß Weltgeschichte Entwicklung ist. Diese Erkenntnis ist das Gravitationszentrum der Hegelschen Philosophie, das sein System “im innersten zusammenhält”. Entwicklung ist zweckhafte Bewegung eines Subjekts, Tätigkeit seines Selbst. Stößt eine Billard-Kugel auf eine zweite, die dadurch in Bewegung kommt, sprechen wir im Hinblick auf die zweite Kugel nicht von Entwicklung. Von Entwicklung sprechen wir, wenn aus einer Eichel ein zweigeteiltes Fruchtblatt hervorbricht, das sich in kontinuierlicher Veränderung seiner selbst zur gewaltigen Eiche formt.

Wenn wir den Aufwuchs einer großen Zahl von Eicheln beobachtet haben und uns dadurch davon überzeugen konnten, daß an dessen Ende stets eine Eiche stand, werden wir mit einigerGewißheit, daß “es sich so verhält”, den Satz aufstellen, daß aus Eicheln Eichen werden. Wir reihen diesen Satz ein in unseren “Erfahrungsschatz”. Wenn wir aber eine einzige Eichel vor uns hätten, und noch nie und nirgends der Aufwuchs einer Eichel zum Baum beobachtet worden wäre, wüßten wir nicht, “was wird”, wenn die Schale der Eichel plötzlich von “irgendetwas” durchstoßen wird. Nach jeder Nacht würden wir bei beginnendem Tageslicht voller Neugier nachschauen, was “dieses Ding” nun schon wieder sich hat einfallen lassen, um zu werden.

Der Geist überhaupt oder der Weltgeist ist ein Unikat. Über ihn können wir keine Erfahrungssätze gewinnen. Wir könnten uns nur einbilden, daß wir ihn durch “Erfahrung”, meinetwegen durch “Lebenserfahrung” in seinem Treiben durchschauen könnten. Alles, was wir aus der vermeintlichen Erfahrung über ihn aussagen, ist eitles Geschwätz, das schon bei der nächsten Wendung im Entwicklungsgang widerlegt und der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Was treiben diese Schwätzer? Sie laufen auf einer kurvenreichen Strecke, von der sie sich nicht lösen können. An beliebigen Punkten der Strecke legen sie die Tangente an und behaupten danach deren Richtung verlängert in die Unendlichkeit als die Richtung der vor ihnen liegenden Wegstrecke. Doch schon der nächste Schritt auf dem realen Weg belehrt sie darüber, daß sie sich geirrt haben. Diese “Tangentenheinis” sollten wir vom Hof jagen.

Nach Kant schien es so, als könnten wir nur Erfahrungswissen haben. Die Wahrheit aber, die nur eine ist (Unikat), ist nicht in unserer Erfahrung.

Europa versank im Agnostizismus. Das war die Stunde der Tagentenheinis, denn der Mensch kann nicht von der Ahnung lassen, daß sein Denkvermögen ihm die Wahrheit erschließen könne. Eine falsche Wahrheit ist für den endlichen Geist immer noch besser als keine Wahrheit.

Aber Kant war kein End- sondern nur ein Durchgangspunkt. Er hat den Geist als den Trieb zur Wahrheit und Freiheit auf sich selbst zurückgeworfen. Was in der Eichel das Genom ist, in dem die Eiche virtuell schon vorhanden ist, das ist im Geist der Trieb, sich seiner selbst als Welt ansichtig zu werden. Im endlichen Geist, im Menschen, kommt sich der Geist überhaupt
– kontinuierlich fortschreitend – zum Bewußtsein, wer und was er ist. Die jeweils vorhandene Welt ist das, was in ihm steckte, als diese Welt noch nicht war. Die jeweils vorhandene Welt ist an den endlichen Geist die Ansage, was als nächstes kommt. Die vorhandene Welt ist sozusagen im Zirkus des Weltgeistes das “Nummerngirl”, das anzeigt, was sich als nächstes in der Manege ereignen wird.

Aber wer oder was malt die Ziffern auf die Tafeln des Nummerngirls? Dieser Maler ist kein anderer als der Leidensdruck, den die Negativität, die Mangelhaftigkeit der vorhandenen Welt im endlichen Geist erzeugt. Dieser entsteht durch ein instinktartiges Vergleichen der vorhandenen Welt mit der Ahnung von den unendlich vielen real-möglichen Welten, von denen der endliche Geist genau diejenige zur Verwirklichung bestimmt, die ihm am klarsten den schlimmsten Mangel mit eingesehener Sicherheit beseitigt und in diesem Sinne eine “bessere Welt” hinstellt.

Der Maßstab für die bewertende Vergleichung der unterschiedenen Welten ist der Geist sich selbst. Er will als Weltgeschichte das vor sich bringen, was er an sich ist. Ein Mangel ist ein Mangel erst dann, wenn der Geist in seinem Bewußtsein von sich selbst über diesen schon hinaus ist.

Hier kommt nun die Unterschiedlichkeit der Volksgeister ins Blickfeld. Jenen real existierenden Volksgeistern,die das Entwicklungsstadium der Individuation des endlichen Geistes nicht oder noch nicht hinter sich gebracht haben, nehmen das, was wir vollständig individuierten Geister deutlich als Mangel wissen nur erst als Schicksal wahr und noch nicht als Mangel. Der Mensch ist für sein Schicksal nicht zuständig, wohl aber für den Mangel, in dem er lebt.

Die Asiaten, hier im besonderen die Japaner, wissen sich noch nicht als Personen, d.h. als berechtigte Individuen. Sie können daher die Überwältigung des Individuums durch sich selbst (siehe Klaus Schwab), die unser Weltbewußtsein zu bestimmen beginnt, nicht als Schranke (Mangel) erkennen, über die sie hinausgehen können. Folglich leiden sie an ihrem Zustand als Schicksal. Dieses treibt sie zwar in den Selbtmord, aber nicht zur Not-wendenden Tat. Vor etwa einem Monat berichtete die FAZ, daß die Selbstmorde in Japan zu einem ernsten Problem geworden sein. Die japanischen Selbstmörder bevorzugen das “Sich-vor-den-fahrenden-Zug-Werfen” als Mittel der Selbsttötung. Dadurch kommen mit den an Zahl ständig zunehmenden Selbsttötungen die Fahrpläne durcheinander. Das hat jetzt die Regierung dazu veranlaßt, finanzielle Mittel für die Umrüstung der Bahnhöfe zu bewilligen.

Man bringt jetzt in den Endbereichen der Bahnsteige Blaulichtstrahler in Stellung, weil man festgestellt haben will, daß blaues Licht auf Selbsttötungskandidaten entmutigend wirke.

Wenige Tage später berichtete dieselbe Zeitung über Vorschläge von japanischen Wissenschaftlern, das chemische Element Lithium dem Trinkwasser beizumischen. Diese Substanz gilt als Psycho-Pharmakum mit stark antidpressiver Wirkung. Es kann allerdings nur von besonders erfahrenen Ärzten erfolgreich in der Suizid-Prophylaxe eingesetzt werden.

In Europa dürfte es schon bald anders zugehen. Gestern war der Luftraum über Griechenland für vierundzwanzig Stunden gesperrt, weil der gesamte öffentliche Dienst des Landes einschließlich der Fluglotsen gegen die Pläne der Regierung zur Stabilisierung der Zinsknechtschaft gestreikt hat. Das ist erst der Anfang. Dieser hat eine besondere Symbolkraft: vom antiken Griechenland nahm mit Sokrates die Individuation des endlichen Geistes ihren Ausgang.

Deine – Gott sei Dank! – naiven Überlegungen, die Du in Deinem Brief anstellst, sind keineswegs weltfremd. Deine Naivität besteht in dem Mut, über die mit bloßem Auge beobachtbaren Phänomene selb-ständig, d.h. unbeeindruckt von den “Theorien” der Tangentenheinis nachzudenken. Diese Haltung ist lebensrettend!

Allerdings befreit Nachdenken aus den systemischen Zwängen Mammons nur dann, wenn es auf sich selbst achtet und willkürlichen Einfällen das Bürgerrecht im Reich der Vernunft verweigert. Der Kant’ sche Agnostizismus ist allein in der Erkenntnis zu überwinden, daß der Gegenstand der Erkenntnis, die Wahrheit, sich selbst erkennendes Subjekt, Lebewesen, Begriff ist. Die Pilatus-Frage: “Was ist Wahrheit?” hat eine einfache Antwort. Wahrheit ist Wissen des Geistes von sich selbst, insofern dieses den Irrtum über sich selbst hinter sich gelassen hat. Und nichts ist gewisser als die Einsicht, daß der Weg zur Wahrheit mit Irrtümern gepflastert ist.

Hegel verdanken wir die Erkenntnis, daß der Begriff selbst der Maßstab oder das Kriterium ist, das den Irrtum abscheidet.

In diesem Verhältnis vermag der Begriff die Weltgeschichte – damit auch das Weltgeschehen im Sinne von Gegenwart – als sein Erscheinen im Element des Daseins zu deuten und in diesem die Notwendigkeit seiner bestimmten Zukunft einzusehen. Diese Einsicht in die Notwendigkeit ist praktischer Geist, d.h. Wille das Not-Wendende als Wirklichkeit aus sich heraus zu setzen.

Das Selbstwerden des Geistes schließt die Individuation bis zur Spitze der Losreissung des Besonderen vom Allgemeinen – das ist der Begriff des Bösen – ein. Dieser notwendige Entwicklungsschritt realisiert sich in der Dialektik des Geldes, die ich in der erwähnten Buchrezension andeutungsweise aufgezeigt habe. Die Losreissung des Besonderen vom Allgemeinen kann nicht als Trennung gedacht werden (das folgt aus dem Begriff der Totalität, den ich hier nicht entwickeln kann).

Der Zins ist ebenso wie das Geld selbst ein Rechtsverhältnis. Recht ist das Dasein des allgemeinen Willens eines Volkes. Es sollte schon nachdenklich stimmen, daß alle Weltreligionen – auch die Mosaische, soweit diese eine Binnenmoral begründet – den Zins aus dem allgemeinen Willen, d.h. als Rechtsinstitut ausschließen. Allein in der Mosaischen Religion ist das Zinsnehmen von Nichtjuden von Gott befohlen und zwar ausdrücklich als Mittel zur Erlangung der Weltherrschaft.

Wie konnte sich der Zins dessenungeachtet als Rechtsverhältnis fast in allen Weltgegenden durchsetzen?

Das ist einzig und allein als die Dialektik der Befreiung des Individuums zur Person zu begreifen

In der Rezension des Buches von Bernd Striegel habe ich das Geld als “Materiatur der Freiheit” bestimmt. Ich habe dort gezeigt, wie diese in ihr Gegenteil, in die Materiatur der Unfreiheit1 umschlägt. Ich zitiere diese Stelle:

“In der Welt der Unfreien, d.h. in der Welt, die Herren und Knechte kennt, ist durch den Wucher, der zur Machtkonzentration in Privathand führt, die Existenz des Geldes nach der Seite der Unfreiheit entsickelt. In dieser Welt wähnen die Unfreien, Freiheit nur dadurch erlangen zu können, daß sie ihre durch das Geld vermittelte Macht steigern, so daß diese größer ist, als die Geldmacht ihrer jeweiligen Bedrücker. Dadurch wird ein jeder notwendig zu einer Gefahr für die Freiheit aller anderen. Der Mensch wird dem Menschen zu einem reißenden Wolf. Nicht die Ausgleichung der Willen bestimmt das Geschehen, sondern die Aneignung des anderen Willens zur Unterdrückung Aller. Z.B. wird der Wille der Journalisten ‘gekauft’, damit sie die der Erhaltung und Steigerung der Geldmacht dienliche BewußtseinskOntrOlle ins Werk setzen usw.

Solange alle in den konkreten Geldkreislauf eingebundenen Individuen in etwa über das gleiche Quantum Geld verfügen, ist Geldmacht als solche nicht vorhanden, sondern nur der Wetteifer zur Zerstörung dieses Gleichgewichtes der sich dem Freiheitsdrang, dem Streben nach Unabhängigkeit, als Bereicherungstrieb ergibt.”

Dieser im Freiheitsstreben wurzelnde Bereicherungstrieb erfindet den Zins als Vehikel seiner Realisierung. So und nicht anders ist der Zins zu einem Moment des allgemeinen Willens, des Rechts, geworden. Er kann aber sich nur solange als Moment des allgemeinen Willens erhalten, wie seine zerstörerische Kraft, sein Dasein als Krebsgeschwulst am Volkskörper sich noch nicht in der Intensität gezeigt hatte, die wir heute erleiden. Zwar wurde er von der Passiv-Seite des Zinsverhältnisses als Krankheit empfunden. Der Leidensdruck war aber – weltweit – noch nicht so groß, daß der unvermeidliche Heilungsschmerz als das kleinere Übel erscheinen konnte.

Wenn wir die Dialektik der Freiheit – wie hier gezeigt – erkannt haben, brauchen wir nicht mehr die unendlich vielen, sich stets erneuernden Taschenspielertricks zu befingern und zu beschnüffeln, mit denen  die Zinshaie uns umgarnen, um unsere Blickrichtung von der Wahrheit des Finanzschwindels fernzuhalten.

Indem wir die Dialektik der Freiheit bewußt machen und den realgeschichtlichen Zusammenbruch des Zinssystems als solchen durchschaubar machen, wie ich es mit meinem Video-Vortrag “Weltauferstehung” und dem Auszug aus einem Brief an Sylvia Stolz versucht habe, ist schon alles getan, um die allfällige Revolution auf den Weg zu bringen. Der Systemwechsel wird dann als Notwendigkeit eingesehen und als solcher zum Inhalt des allgemeinen Willens.

Und damit bin ich endlich wieder bei dem Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 2009 angelangt.

Du schreibst:

“… daß sich die Natur des Geldsystems bereits fundamental gewandelt hat . …

Ich denke, viele Menschen fühlen die Absurdität der vermeintlichen Milliardenvermögen, die in Wahrheit nicht existieren bzw. ohne materiellen Gegenwert sind. Im gegenwärtigen Weltfinanzsystem wirken sie eigentlich nur als Störfaktor…”

Weißt Du eigentlich, was Du damit ausgesprochen hast? Du beschreibst einen sich zunehmend verallgemeinernden Bewußtseinszustand, der den Willen zur Verteidigung des “Systems” auf Null setzt Ich bin sicher, daß Deine Einschätzung richtig ist. Damit ist “das System” schon überwunden denn dieses ist als Dasein Wille. Es ist nicht mehr, wenn der bestimmte Wille, daß es so sei, nicht mehr ist.

Von dem “Weltwirtschaftsforum 2010” in Davos berichtete die FAZ, daß die dort anwesenden “Banker” atmosphärisch isoliert waren und das gar nicht lustig fanden. Das Rennen ist gelaufen!

German Sterligow ist weiterer Beleg für den bereits eingetretenen Bewußtseinswandel. Ich habe einen Auftritt von ihm im russischen Fernsehen verfolgen können. Das war zu der Zeit, als ich in Stadelheim auf einer Zweimann-Zelle mit einem Litauer Studenten lag, der mit Russisch als Muttersprache aufgewachsen ist. Er hat mir Sterligows Aussagen in etwa übersetzt.

Was das “System” noch weiterwursteln läßt, ist die Ratlosigkeit, wie es weiter gehen könnte “ohne das System”. Das ist der springende Punkt. Alle Welt wüßte längst, wie es weiter gehen wird, wenn es dem “System” nicht gelungen wäre, dieses Wissen zu tabuisieren. Das ist die Wahrheit der Holocaust-Religion. Diese hat es vermocht, die Idee des Nationalsozialismus, von der noch im Jahre 1948 eine satte Mehrheit der Deutschen bekannte, daß sie “eine gute Idee” gewesen sei, zu einem Gedankenverbrechen zu machen. Diese Anti-Religion bedurfte der Absicherung durch den Holocaust-Maulkorb. Dieser ist dem Weltgeist zum Ärgernis geworden und wird deshalb jetzt fallen. Dabei ist es völig gleichgültig, ob und ggf. inwieweit das den Karlsruher Richtern bei Abfassung ihres Beschlusses vom 4. November 2009 bewußt war.

Die juristischen Bremsklötze, die den Nationalsozialismus von der Rollbahn der Problemlösungen ferngehalten haben, sind mit einem Schlage weggeräumt worden und der Holocaust-Maulkorb funktioniert nicht mehr.

Wer wäre so naiv zu glauben, das Bundesverfassungsgericht hätte in einer “von Feigheit paralysierten Gesellschaft” (Peter Sloterdijk) ohne Not Sätze wie diese in das Zentrum ihrer Entscheidung vom 4. November 2009 gestellt:

“Geschützt sind … von Artikel 5 Abs. 1 GG auch Meinungen, die auf eine grundlegende Änderung der politischen Ordnung zielen, unabhängig davon, ob und wie weit sie im Rahmen der grundgesetzlichen Ordnung durchsetzbar sind. Dementsprechend fällt selbst die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts als radikale Infragestellung der geltenden Ordnung nicht von vornherein aus dem Schutzbereich des Artikels 5 Abs. 1 GG heraus.” (Tz 50 der Entscheidungsgründe)

“Insbesondere kennt das Grundgesetz kein allgemeines antinationalsozialistisches Grundprinzip, das ein Verbot der Verbreitung rechtsradikalen oder auch nationalsozialistischen Gedankenguts schon in Bezug auf die geistige Wirkung seines Inhalts erlaubte.” (a.a.O. Tz 67)

“Das Grundgesetz gewährt Meinungsfreiheit grundsätzlich auch den Feinden der Freiheit.” (a.a.O.)

Dieser Beschluß ist das “imprimatur” für das Grundlagenwerk des Neuen Nationalsozialismus von Michael Birtheim “Komm Heim! -Komm heim ins Reich!” , das dem 1. Senat des Bundesverfassungsgerichts vorliegt.

Worin besteht die Not, die den Beschluß vom 4. November 2009 Not-wendend macht?

Die Funktionseliten haben spätestens nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers die Notwendigkeit der Brechung der Zinsknechtschaft begriffen. Zwar halten sie sich noch bedeckt; sprechen von der Staatsschulden-Krise. Aber sie wissen, daß es die Krise des Zinskapitals ist, die sie zu verschlingen droht. Zuweilen verraten sie sich selbst. So erst kürzlich Prof. Wilhelm Hankel, Ex-Bankier und heute Professor der Wirtschaftswissenschaften, in einem Interviewt in der Zeitschrift “Zuerst”.

“Den Staatsschulden” – so führte er aus “stehen Privatvermögen gegenüber: nämlich die der Geldgeber oder Gläubiger des Staates. Diese Tatsache kommt in der Debatte um die Schulden zu kurz; sie wird sogar unterdrückt… Und demzufolge heißt Schuldenabbau, was die meisten Kritiker der Staatsverschuldung verdrängen, Vernichtung privater Vermögen! Etwas was sie ja gar nicht wollen.

Die Einsicht in die Notwendigkeit, Zinskapital und Leistungskapital zu separieren und das Zinskapital zu liquidieren, ist in der Funktionselite angekommen. Dafür bist auch Du ein Beispiel, denn Du hast in Deinem Brief diese Bewegung aufgrund eigener Einsicht klar benannt:

“Das führt mich zu der These, daß sich die Natur des Geldsystems bereits fundamental gewandelt hat . … (Die) Welt der ‘Finanzindustrie’ mit ihren Scheinwerten und Spekulationsblasen (ist) nicht mehr wirklich mit der ‘Realwirtschaft’ verbunden. Ich denke, viele Menschen fühlen die Absurdität der vermeintlichen Milliardenvermögen, die in Wahrheit nicht existieren bzw. ohne materiellen Gegenwert sind. Im gegenwärtigen Weltfinanzsystem wirken sie eigentlich nur als Störfaktor, den es hinreichend von der Realwirtschaft ( ..) zu isolieren gilt, bevor sie gefahrlos ‘weggekürzt’ werden können.”

Der Systemwechsel folgt aus der Einsicht in die Notwendigkeit. Und es ist kein willkürlicher Einfall von mir, daß ich gleich zwei (ehemalige bzw. noch amtierende) Bundesverfassungsrichter in die Vorschlagsliste für den Vorbereitenden Stab für die künftige Reichskanzlei aufgenommen habe. Das Bundesverfassungsgericht ist die einzige Institution der OMF-BRD, die eine Brückenfunktion beim Systemwechsel übernehmen kann, weil diese als Institution sich noch eine Restglaubwürdigkeit erhalten konnte und diese jetzt in der Systemkrise kräftig steigern kann. Das eröffnet die Möglichkeit für eine freie Bindung der in die Verwirklichung der “neuen Erde” (Off. 21,1) drängenden Gestaltungskräfte an die Deutsche Staatsrechtstradition, die – wenn auch nur in rudimentärer Gestalt – sich in den Bundesverfassungsrichtern Dasein gegeben hat.

Es wird keine Neuauflage des Volksgerichtshofes geben. In meiner “Skizze für eine Neue Reichsordnung”  habe ich aus dem Begriff (im Hegelschen Sinne) das Wesen des Reichsverfassungsgerichts wie folgt bestimmt:

“Die Entscheidungen des Reichsverfassungsgerichts haben die Bedeutung von gutachterlichen Stellungnahmen zur Verfassungsrechtslage. Diese sind zu veröffentlichen.”

und:

“Es widerspricht der Hoheit des Volksstaates, die Staatsakte immer nur unter dem Vorbehalt der gerichtlichen Nachprüfung zu erlassen ………..

Im Volksstaat wirkt die richterliche Kritik an den Staatsakten über das öffentliche Bewußtsein. Dieses ist über die amtliche Meinung der Richter aufzuklären. Die zu beschließenden und zu veröffentlichenden Rechts-Gutachten haben diesen Zweck. Es ist dann den Bürgern überlassen, über die Einflußnahme auf den Thinghauptmann auf den von der Reichsordnung vorgesehenen Wegen für die Abstellung verfassungsrechtlicher Defizite zu sorgen.

…………..

Da die Reichsordnung eine Reihe von Strukturelementen enthält, die die politische Kompetenz der Bürger auf ein hohes Niveau entwickeln werden, kann es diesen überlassen werden, für allfällige Korrekturen zu sorgen.” (S. 81)

So wird es kommen. Mit ihrem Beschluß vom 4. November 2009 haben die an ihm beteiligten Richter – gleichgültig, ob sie sich dessen bewußt waren oder nicht – den Weg heim ins Deutsche Reich angetreten.

Du fragst nach den Möglichkeiten, die sich aus dem Beschluß vom 4. November 2009 für mich ergeben. Diesbezüglich bin ich über meine anfänglichen Überlegungen nach dem Studium der einschlägigen Kommentarliteratur hinausgekommen. § 31 Abs. 1 BVerfGG bestimmt, daß Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts u.a. alle Gerichte und Behörden binden. In ständiger Rechtsprechung vertritt dazu das Bundesverfassungsgericht die Auffassung, daß diese Bindungswirkung nicht nur von der Entscheidungsformel ausgeht, sondern auch von den tragenden Gründen. Der 1. Senat hat seinen Beschluß vom 4.

November 2009 auf grundsätzliche Ausführungen “über die Rechtslage für Meinungsäußerungen” sowie zur Bestimmung des “öffentlichen Friedens” gestellt. Diese vernichten eindeutig den Holocaust-Maulkorb bezüglich der Leugnung und Verharmlosung des Völkermordes an der Judenheit.

Damit ist für mich nach § 79 Abs. 1 BVerfGG der Weg frei für die Wiederaufnahme der Verfahren, die zu meiner Verurteilung aus § 130 Abs. 3 StGB geführt haben. Ja, ich kann sogar die Aufhebung des im Berligher JudaismusProzeß gegen mich ergangenen Urteils betreiben, das mir in den Jahren 2006/2007 für neun Monate meine Bewegungsfreiheit genommen hat. Nach Anbringung der entsprechenden Wiederaufnahmeanträge (bei vier verschiedenen Gerichten) kann auf Antrag die Vollstreckung aus den Urteilen sofort unterbrochen werden.

Ich bin mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt.

In Liebe Dein Vater

*****

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001 /an E./ vom 28 November 2009

Ich habe es immer gewußt, daß es so kommen muß also auch kommen wird. Es gibt zuviele konkret erfahrbare Anknüpfungspunkte für diese Gewißheit. Jeder Tag trägt neue Indizien herbei. Soeben kam in den Nachrichten, daß die Bundesregierung besorgt ist über die “Kreditklemme” und zu deren Behebung den Banken das Kreditrisiko abnehmen und weitere Milliarden Steuergelder zum Ankauf “fauler Kredite” ausgeben wird. In den USA “verschenkt” die Regierung Waschmaschinen, Geschirrspüler und Klimaanlagen, um die Konjunktur “anzuheizen”, wie es heißt. Sie kriegen es nicht mehr geregelt! Warum nicht? ……..

Der Reichtum der Völker der Welt besteht ausschließlich in den Ver- und Gebrauchsgütern, die der Boden und die Industrie real hervorbringen. Die Armut der Völker besteht in den “Vermögenswerten“, die sich in zwei Jahrhunderten in den Händen von Privatleuten angesammelt haben. Was sind “Vermögenswerte”? Das sind Rechtstitel auf künftige Geldzahlungen. Diese Titel überleben nur, wenn sie Zinsen bringen. Zinsen sind auch nur Rechtstitel auf künftige Zahlungen. Je größer die Masse der “Vermögenswerte” desto größer auch die Masse der zu zahlenden Zinsen (in Geld!).

Geld ist Geld nur dann, wenn es auf dem Markt in Ver- und Gebrauchsgüter eingewechselt werden kann (“Tausch” wäre schon eine unkorrekte Bezeichnung), d.h. Geld ist Geld nur als reale Kaufkraft.

Die “Vermögenswerte” mit den ihnen eingeborenen Zinsansprüchen wirken also auf das Güterangebot des Marktes wie eine Saugglocke. Sobald irgendwo auf der Welt sich ein reales Produkt zeigt, das nicht von seinen Produzenten (Arbeitern usw.) zum Überleben benötigt wird, hört man ein schlürfendes Geräusch, und der Überhang über das Lebensnotwendige ist in der Riesensaugglocke verschwunden. Deren Sog wird immer gewaltiger, so daß dadurch das Niveau des zu befriedigenden Lebensbedarfs weltweit immer weiter abgesenkt wird. Bisher waren davon in erster Linie die Menschen in der sogenannten Dritten Welt betroffen. Jetzt geraten auch die Industrieländer in diesen immer kräftiger werdenden Sog. Das Ganze funktioniert eine Weile aber nur dann, wenn ein Teil der Bevölkerung – die “Oberschicht” und die obere Mittelschicht – in genügender Anzahl über “Boni” und lukrative Gehälter an der Beute der Zinshaie beteiligt werden. Dieser Bevölkerunganteil hat dann ein existentielles Interesse an der Beibehaltung dieses Zinssaugersystems. Sie bilden einen Schutzwall und Sicherheitsgürtel um die Krebsgechwulst, die den Körper zugrunde richtet. Die Schere zwischen “Denen-da-oben” und “Denen-da-unten” öffnet sich immer weiter. Und das ist eine Beleidigung unseres Menschseins: die Früchte unserer Arbeit sind zu Bedingungen unserer Unfreiheit und Verelendung verkehrt, wo sie doch wesentlich Bedingung der Freiheit sind. Diese Erfahrung ist die Quelle für revolutionäre Kräfte, die schließlich die Krebsgeschwulst herausoperieren werden. An dieser Schwelle stehen wir jetzt. Alles, was jetzt unternommen wird, das “Finanzsystem” zu “stabilisieren”, sind Anstrengungen, die “Zinssaugglocke” intakt zu halten und damit dem Krebs weiteres Wuchern zu ermöglichen. Das kann nicht funktionieren!

In den oberen Etagen der “Bestochenen” kehrt langsam die Einsicht ein, daß es so wie bisher nicht weitergehen kann. Ihre Gedanken öffnen sich für das “Danach”. Sie erkennen, daß im “Danach” nicht sie überflüssig werden, sondern nur diejenigen, denen sie bisher – mit zunehmenden Bauchschmerzen – gedient haben. Plötzlich sind die Zinshaie ganz allein und deshalb machtlos. Die obere Mittelschicht orientiert sich auf das “Danach”. Und das ist eine Ordnung, in der nicht mehr Privateleute Kredite gewähren können (die wären wieder nur die Saugglocke), sondern nur noch das Gemeinwesen. Ja, und das ist der Kernbereich des Neuen Nationalsozialismus.

Es geht also gar nicht darum, daß wir’s schöner haben wollen als bisher, sondern darum, das Leben durch eine Krebsoperation zu retten. Deshalb wird kommen, was ich jetzt schon deutlich sehe. Jeder Tag steigert die Washrscheinlichkeit, daß es schon bald sein wird.

-….”

002 l an D.Z l vom 23 November 2009

Nun zu Hegel:

Sie beschreiben Ihren Eindruck bei der Hegellektüre, “… daß ich das auch schon immer gewußt habe. Und beim Lesen fällt es mir nur wieder ein.” – Dieses Erlebnis ist geradezu kennzeichnend für die Hegel’s Philosophie. Hegel bringt in Ihrem Bewußtsein das vor Sie, was in Ihnen schon immer war – von Anfang an. Er bringt nichts in Sie hinein, sondern erinnert Sie, was nichts anderes heißt, als daß er Ihren Innenraum ausleuchtet, damit Sie sehen, wie er eingerichtet ist. Hegel nennt das das “Zeugnis des Geistes von sich selbst”. Mit dieser Erinnerung geht Ihnen jede Autorität “flöten” d.H. Sie werden der äußeren Autorität ledig, niemand kann Ihnen mehr “ein X für ein U” machen. Ihr eigenes Denken allein wird zum Richtmaß Ihrer Gedanken. Das ist wahre Freiheit.

Die Erfassung des Allgemeinen als solchen, das Ihnen Hegel an der angegebenen Stelle

(Phänomenologie des Geistes, Suhrkamp-Werkausgabe Band 3 5. 82 bis 921)

mit den Gedanken des “Jetzt” und “Hier” bewußt macht, kann ich Ihnen etwas komfortabler gestalten.

Alle Welt redet von Kapitalismus und Kapitalisten. Doch nie in aller Welt wurde je ein Kapitalist “gesehen”. Der Kapitalist ist dabei so real, daß die ganze Welt unter seiner Fuchtel sich zu Tode schindet.

Sie haben schon ‘mal Bäcker, Schuster, Schneider, Apotheker, Inhaber von Fabriken, Hendelsunternehmen, Banken usw. “gesehen”. Und Sie müssen wissen, daß in jedem der Gesehenen “der Kapitalist” steckt, den Sie nicht sehen.

Was man nicht sieht, hört, schmeckt, riecht usw. und dennoch real ist, daß es ihnen – zum Beispiel – das Leben nehmen kann, ist ein wirklicher Gedanke. / Es gibt auch unwirkliche Gedanken.  Das ist es, was Hegel als das “konkret Allgemeine”, ein Gedankending, nennt.

Schauen wir uns das Unschaubare, “Kapitalist” genannt, einmal näher an:

Nehmen wir den Bäcker von der Ecke, dessen Laden Sie jeden Morgen betreten, wenn Sie die Brötchen für Ihr Frühstück holen. Der ist Kapitalist und gleichzeitig auch nicht. Daß er, obwohl er Kapitalist ist, gleichzeitig auch nicht Kapitalist ist, sehen Sie daran, daß er pleite geht – also auch pleite gehen kann Wann und warum geht er pleite? Wenn er nicht 24 Stunden am Tag denkt und handelt, wie ein Kapitalist denken und handeln muß, wenn er Kapitalist bleiben will. Was ist es nun, was ein Kapitalist denken und tun muß? Er muß die Dinge seines Metiers so billig wie möglich ein- und so teuer wie möglich verkaufen. Mit den eingekauften Dingen muß er zwischendurch etwas veranstalten, um ihnen eine Form zu geben, die als Ergebnis dieses Tuns die Dinge verkäuflich macht.

Wenn der Bäcker nun eine Frau hat, die er liebt, und die ihm in den Ohren liegt, daß er doch an die armen Nachbarn denken solle, die Hunger haben, aber nicht das Geld, um seine Brötchen zu bezahlen; daß er sie denen doch zum halben Preis lassen solle, was übrigens auch der Herr Pfarrer gern sähe – und wenn nun der Bäcker, weil er ein weiches Herz hat, seine Brötchen den Armen zum halben Preis läßt, wird morgen ein anderer in seinem Laden stehen und er in das Heer der Hartz-IV-Empfänger eingerückt sein. Das passiert ihm aber nur, weil er nicht ein steinernes Herz hat, nicht nur Kapitalist, sondern auch mitfühlender Mensch mit einem weichen Herzen ist; weil er daseiender Widerspruch ist.

“Der Kapitalist” ist das Gesetz, nach dem der Bäcker willentlich angetreten ist, um vermeintlich sein eigener Herr zu sein. Dieses Gesetz ist hart, fest, unerbittlich – eine zermalmende Macht. Ein konkret Allgemeines. Ein wirklicher Gedanke. Als solcher ist er aber nur wirklich, wenn er in unendlich vielen Menschen verleiblicht ist, die Kapital-Gedanken ununterbrochen exekutieren.

Dabei müssen die “Verleiblicher” des Kapitalisten / die “Charaktermasken des Kapitals” / untereinander ganz unterschiedlich sein. Würden alle plötzlich auf den Gedanken kommen, wie der Bäcker nur Brötchen zu backen und anzubieten, würden alle verhungern. Sie würden Brötchen backen, die keiner kauft. Also würden sie alt und hart. Weil sie nichts verkauft haben, haben sie kein Geld, um neues Mehl und die Arbeitskraft ihrer Gesellen zu kaufen. Also könnten sie keine Brötchen mehr backen – sie würden Hungers sterben.

Das heißt, die Dieselbigkeit (Identität) des Kapitalist-Seins ist nur im Unterschied der unendlich vielen Kapitalisten Dieselbigkeit und Unterschied sind zwar verschieden, aber untrennbar.

Man kann den Kapitalismus nicht “abschaffen”, weil man die Kapitalisten nicht abschaffen kann, denn das sind wir, indem wir unser eigener Herr sein, also frei sein wollen. Man müßte uns alle umbringen, um den Kapitalismus abzuschaffen. Das haben die Bolschewiken in etwa versucht und sind deshalb gescheitert.

Man muß ein anderes Verhältnis zum Kapitalismus gewinnen. Man muß erkennen, daß er ein Lebewesen im wahrsten Sinne des Wortes ist. Leben ist Bewegung, Entwicklung Wir müssen die Entwicklung dieses Lebewesens begreifen, dürfen es nicht verteufeln, wenn uns diese Entwicklung mißfällt. Leben und Krankheit gehören zusammen. Wird ein Organismus krank, werden wir ihn deshalb nicht umbringen wollen. Wir werden uns um seine Heilung bemühen.

Der Kapitalist unserer Tage ist schwer krank. Wir wollen ihn heilen. Also müssen wir sein Leben und seine Krankheit studieren, um beide zu erkennen. Haben wir diese Erscheinungen erkannt, können wir mit Gedanken heilend eingreifen.

Eine Krankheit äußert sich an einem Organismus durch einen vielfältigen Komplex von Symtomen. Nicht an denen sollte man herumkurieren, sondern vön ihnen ausgehend den Krankheitsherd ermitteln und an diesem eingreifen.

Der Krankheitsherd ist erkannt und im Vortrag “Weltauferstehung” hinreichend beschrieben. Der Diagnose folgt die Therapie. Die Therapie ist der Neue Nationalsozialismus, wie er in der Programmschrift “Ehre! Wahrheit! Heimat!” dargestellt ist.

Sind wir eigentlich immer noch bei Hegel? Ich glaube schon.

OO3 I an U.H. I vom 28 November 2009

Politik darf für uns nicht das Malen von Wunschbildern sein. Politik vollzieht sich an und in einem Lebewesen, das da ist und nicht einem Gemälde entsprungen ist. Das Lebewesen ist gegenwärtig todkrank und wir sind der Arzt, der die Krankheit verstehen und aus diesem Verständnis heraus heilend eingreifen muß. Die Krankheit besteht darin, daß die in herausragender Weise von Juden verkörperte Herrschaft Mammons (des “Tieres”) -sowohl die materielle als auch die geistige – kein Weiterleben mehr ermöglicht. Diese ist definitiv – und nicht nur, weil wir sie schlimm finden – an ihrem Ende angelangt. Dieser Zustand setzt Kräfte frei, die vom Arzt – um heilend zu wirken – bewußt in die richtige Richtung orientiert werden müssen. Nur zwei einfache Handgriffe des Arztes sind erforderlich, um die Genesung herbeizuführen: In der materiellen Welt muß die Aussaugung der Lebenskräfte durch den Zinseszins und in der geistigen Welt der Gottestot überwunden werden. Das ist schon alles. Den Rest besorgt die dadurch wieder frei gesetzte Lebensenergie der Völker.

OO4 / an U.H. / vom 4 September 2009

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Was Steiner im “Zwölften Vortrag” zur Apokalypse ausführt, bestätigt abermals meine Einschätzung, daß in ihm der Verstand noch nicht zur Vernunft gekommen ist. Wie sieht wohl seine Antwort auf Nietzsches Frage”Wozu Mensch überhaupt?” aus? Weißt Du es?

Er spricht von der “weisen Vorsehung”. Was ist das? “Freiheit” scheint er die Möglichkeit zu nennen, “zwischen dem Guten und dem Bösen” wählen zu können. Aber, was ist das Gute und was das Böse?

Er spricht von “Vergeistigung des Menschen”. Wußte er noch nicht, daß der Mensch  G e i s t    i s t ?

Hätte ich es nur vom Hörensagen, daß er meinte, “für den Okkultisten (!?) ist die Freiheit untrennbar verknüpft mit dem Begriff der Liebe”, so würde ich es um seinetwillen nicht glauben. Aber so steht es in dem erwähnten Vortrag, und ich konnte es mit eigenen Augen lesen.

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Es geht mir nicht um Steiners Lehre, nicht um die richtige Auslegung der Bibel, auch nicht in erster Linie um mein persönliches Seelenheil. Luthers Frage: “Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?” ist mir fremd. Ich riskiere eine Höllenfahrt. Ich folge der Fahne: “Für Gott und Vaterland!”

In seiner Naturphilosophie geht Hegel kurz auf jene ein, die der Frage nachdenken: “Wie ist Gott dazu gekommen, die Welt zu erschaffen?” (W 9,23) Daran knüpft er folgende Betrachtung:

“Man stellt sich zwar vor, Gott wäre ein Subjekt, eine Wirklichkeit für sich, fern von der Welt; aber solche abstrakte Unendlichkeit, solche Allgemeinheit, die außerhalb des Besonderen (also auch außerhalb von uns Menschen/HM) wäre, wäre selbst nur die eine Seite, somit selbst ein Besonderes, Endliches (Gott hörte auf, wo wir anfangen; wir würden ihm an uns eine Grenze setzen, ihn verendlichen – also ihn entgöttlichen/HM). Es ist die Bewußtlosigkeit des Verstandes, gerade die Bestimmung aufzuheben, die er setzt (hier das Allgemeine, die Unendlichkeit Gottes/HM), und also das Gegenteil von dem zu tun, was er will; das Besondere sollte vom Allgemeinen getrennt sein; gerade ist aber das Besondere dadurch im Allgemeinen gesetzt und damit nur die Einheit des Allgemeinen und Besonderen vorhanden. Gott hat zweierlei Offenbarungen, als Natur und als Geist; beide Gestaltungen Gottes sind Tempel desselben, die er erfüllt und in denen er gegenwärtig ist. Gott als ein Abstraktum ist nicht der wahrhafte Gott, sondern nur als der lebendige Prozeß, sein Anderes, die Welt zu setzen, welches in göttlicher Form gefaßt sein Sohn ist; und erst in der Einheit mit seinem Anderen, im Geist, ist Gott Subjekt.”

Wer also fragt, wie Gott dazu gekommen sei, die Welt zu schaffen, weiß nicht, wovon er redet; weiß nicht, was Gott ist. Gott ist das Allgemeine, das über den Unterschied zwischen Allgemeinem und Besonderem übergreifend ist, die Unendlichkeit, die die Endlichkeit sich nicht gegenüber, sondern in sich hat.Die Welt als Inbegriff aller Endlichkeit ist in Gott enthalten. Jene Frage ist gleichwertig mit der Frage: “Warum Gott überhaupt?” Diese enthält die nicht zu rechtfertigende Voraussetzung, daß Gott seinen Grund außerhalb seiner selbst hat.

Gott ist Offenbarung seiner Selbst. Er offenbart sich in den Geist, also in sich selbst. Wir endlichen Geister sind das Element, in dem Gott sich offenbar wird. Die “Vergeistigung des Menschen” (Steiner) ist also leeres Gefasel. Im Menschen kommt Gott zu sich. Der Trieb des Geistes (Hegel W 8/lO9; Hitler bei 0. Wagener S. 295) ist die Freiheit. Der Geist (Gott) ist frei, wenn er von nichts abhängt, das er nicht selbst ist. Das Selbst des Geistes ist reines Denken, d.h. Denken, das nur an und in  G e d a n k e n  (im Unterschied zu Bildern und Vorstellungen) voranschreitet. Der Geist ist frei, wenn sein Wissen von sich selbst sich nicht mehr in  e n d l i c h e n  Formen (das sind Verstandesbestimmungen, Vorstellungen, Bilder) ausspricht, sondern in den unendlichen Formen der Vernunft (um davon ein Beispiel vor sich zu bringen, solltest Du die Dialektik der Denkbestimmungen “Hier” und “Jetzt” nachvollziehen, die Hegel in der Phänomenologie (W 3,82-92) a u f z e i g t hat womit zugleich die materialistische Weltanschauung erledigt ist).

Die Offenbarung Gottes ist also keine Märchenstunde für eine infantile Menschheit. Er erzählt uns nicht, was er schon ewig  w e i ß . Vielmehr sind wir einbezogen in seine Qual, in sich zu erfahren, wer er ewig ist. Sein Ziel ist es, sich als Geist klar zu werden im absoluten Wissen. Die Stufen des Wissens auf diesem Weg hat Hegel in der Phänomenologie des Geistes, d.h. in der Wissenschaft vom erscheinenden Geist, aufgezeigt. Jede Stufe ist eine bestimmte Erscheinung Gottes, die notwendig zugleich eine Weltwirklichkeit ist. In meinem Brief vom 31. August bin ich im Zusammenhang mit Off. 3,1 auf diese Gliederung kurz eingegangen. Die Weltmächtigkeit des Wissens ist in meinem Brief vom 24. August auf Seite 10 mit einem Hegelzitat (W 5,27) beleuchtet. Ausführlicher schreibt Hegel darüber in der Phänomenologie (W 3,264 f.), was zugleich für die Plastizität des Begriffes “Volk” erhellend ist. …

Mit dieser Stelle aus der Phänomenologie beginnt sich die Herder’sche Formel (“Völker sind Gedanken Gottes”) mit Inhalt zu füllen. Sie gibt auch den Begriff der freien Einheit, die zwar nie ganz fehlen kann, aber sich als eine mit ihrem Begriff übereinstimmende Wirklichkeit erst im  W i s s e n  ihres Begriffs hervorbringen kann. Der Deutsche Volksgeist ist dabei, sich dieses Wissen zu erarbeiten. Seine  o r g a n i s c h e  Staatsanschauung ist das Fundament. Der historische Nationalsozialismus hatte es unternommen, darauf die Grundmauern des freien Volksstaates zu errichten.

Römer 13 ist der wahrhafte Staatsbegriff “in nuce” (in der Entstehung). Hegel hat ihn in seiner Rechtsphilosophie zum Sprechen gebracht. Wenn, wie Hegel aufzeigt, Staaten Gestalten Gottes sind und Staaten nicht ohne Führung sind, sowenig wie ein menschlicher Organismus ohne Kopf, dann ist die Obrigkeit aus dem Willen Gottes (Notwendigkeit aus dem Begriff). Als bestimmtes Sein ist Obrigkeit an ihr selbst zugleich das Gegeteil ihrer selbst, Untertänigkeit und zwar in einer Verdoppelung, die auch Paulus klar ausspricht. Eine Obrigkeit, der niemand Gehorsam leistet, ist keine Obrigkeit. Obrigkeit ist selbst untertänig, zum Gehorsam gegenüber dem Willen des Volkes, welcher Recht ist, verpflichtet. “Sie ist ja Gottes D i e n e r i n, R e c h t s v o l l s t r e c k e r i n zur Bestrafung dessen, der das Böse tut (der Staat als Abhalter des Bösen)”. Bei Paulus steht nicht, daß man dem Gewalthaber sich zu unterwerfen habe. Vernunftwidriges, insbesondere unsittliches und willkürliches Handeln der Obrigkeit entkleidet diese ihres göttlichen Charismas. Verfestigt sich solches Handeln zum Zustand im Staate, hat sich die Obrigkeit selbst vernichtet, was im Aufstand zur Erscheinung kommt.

Christen ist der Ungehorsam gegen gottwidriges Handeln zur  P f l i c h t gemacht: “Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen” (Apg 5,29). Unterdrückende Gewalt über ein Volk, sei es als Fremdherrschaft oder als Entartung der Staatsorgane ist daseiendes Unrecht, gegen das der Geist aufsteht, wenn er ein mutiges und opferbereites Volk zu seiner Verwirklichung findet. Das als Wahrheit zu erkennen, dazu bedarf es nicht der Bibel. Es ist Erkenntnis im Vernunftdenken. Nur in diesem ist der Mensch als Geist frei.

Das gibt Gelegenheit zu einer grundsätzlichen Klarstellung: Ich flüchte mich nicht in die trüben Gewässer der Bibelauslegung, um darin nach der Wahrheit zu fischen. Das wäre kein Erkennen. Und die Wahrheit ist nur im Erkennen. Das Erkennen liegt aber nicht im bloß verständigen Denken; denn der Verstand ist – wie Kant entdeckt hat – nicht fähig, die Wahrheit zu erkennen. Das Erkennen der Wahrheit ereignet sich ausschließlich im vernünftig gewordenen Denken, von dem der Verstand nichts weiß. Aus dem Reich der Vernunft geht dann der Blick zurück in das Reich der Bilder, Gleichnisse und Vorstellungen der beiden Testamente, um darin  E n t s p r e c h u n g e n  der schon  e r k a n n t e n  Wahrheit zu finden. Die Früchte dieses Tuns sind nicht nur die Entdeckerfreude, sondern zugleich die Möglichkeit, sich in der Wahrheit denen zu vermitteln, die noch an die Bibel glauben oder für den Glauben zurückgewonnen werden können dadurch, daß ihnen die im biblischen Text noch verhüllte Wahrheit kraftvoller ansichtig gemacht werden kann, als es im Lehrbegriff der Kirchen möglich ist. Diese größere Klarheit weckt in einigen oder vielen das, was Hegel “das Zeugnis des Geistes” nennt. Mehr ist es nicht. Aber das ist in heutiger Zeit schon viel.

Von alledem finde ich bei Steiner nichts. Er mag wohl ein Bergführer für “schöne Seelen” sein mit hohem Erbauungswert. Das läßt die Welt kalt – Gott erst recht. Wie er Wörter und Ausdrücke zusammenstellt, schaukelt unkritische Seelen. Der Begriff fühlt sich davon abgestoßen. Der kämpft; und es fließt Blut (Off. 19,11-13). Er führt ein scharfes zweischneidiges Schwert (Off. 2,12), das Schwert seines Mundes (Off. 2,16).

 

OO5 / an U.H./ vom 4 September 2009

Das Schloß im Tor, das den Weg in die Wahrheit der Offenbarung des Johannes versperrt, hat seine Stelle in Off. 17,17:

“Denn Gott gab es ihnen ins Herz, nach seinem Plan zu handeln und in Ausführung dieses e i n e n Planes ihre Herrschaft dem Tier zu geben, bis Gottes Worte ihre Erfüllung finden.”

Im Begriff (Gott) ist der Sieg der Vernunft über den Verstand in der Weise mit Notwendigkeit vorherbestimmt, daß die Vernunft die die streitenden Reiche (Verstand und Vernunft) übergreifende Macht ist. “Identität der Identität und Nichtidentität” – Hegel schreibt darüber in der Großen Logik (W 5,74): “Dieser Begriff könnte als die erste, reinste, d.i. abstrakteste Definition des Absoluten (= Gott/ HM) angesehen werden, – wie es dies in der Tat sein würde, wenn es überhaupt um die Form von Definitionen und um den Namen des Absoluten zu tun wäre.”

Im “Himmel” – das ist der noch in sich verschlossene Begriff – kommt es zum Kampf:

“Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften.” (Off. 12,7)

Wir erfahren, daß der Drache sich im Himmel aufhielt. Der “Himmel” ist die Wohnstatt des Geiste, welcher reines Denken und nichts als Denken ist. Dort kann sich der Drache nur aufgehalten haben, weil er selbst Denken und damit ein Moment des Geistes selbst ist.

Der Geist unterscheidet sich in sich und ist in der Unterschiedenheit Vernunft und Verstand. Dabei ist Vernunft die unendliche Macht, die in sich sowohl sich selbst als auch den Verstand enthält. Für sie zieht Michael in den Kampf, der Engel, der für Gott siegt. Der Drache steht also für den endlichen Geist, den Verstand, der biblisch auch “die alte Schlange” und “Teufel” genannt wird (Off. 12,9)

“Kämpft” ein Elefant gegen eine Mücke? – Die zerquetscht er nur. Das ist kein Kämpfen. Der “Drache” muß also den himmlischen Mächten irgendwie ebenbürtig sein. Auch das deutet auf den Drachen als Geistesmacht, damit auf den Gegenspieler (Satan) Gottes hin. Und das ist der Verstand.

Der Drache vermag gegen Michael nichts auszurichten (Off. 12,8). Michael tötet den Drachen nicht, sondern stürzt ihn – für den nun kein Platz im Himmel mehr ist – auf die Erde, also in das Reich aller Endlichkeiten, das wegen seiner Endlichkeit das vom Begriff dem Verstand zugewiesene Reich ist, in dem der Verstand das Zepter schwingt:

“Wehe aber der Erde und dem Meer; denn hinabgestiegen ist zu Euch der Teufel voll grimmigen Zorns; er weiß daß er eine kurze Frist hat.” (Off. 12,12)

Auf der Erde gibt der Drache, also der Verstand, dem Tier “seine Macht, seinen Thron und große Gewalt” (Off. 13,2) – Das Tier symbolisiert den Menschengeist, der sich aus der Einsheit mit Gott löst und sich gegen ihn stellt. Es ist das Reich Mammons, unsere Welt. Und Johannes

“sah ein anderes Tier, das stieg aus dem Land empor; es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Es vollzieht alle Gewalt des ersten Tieres vor dessen Augen und bewirkt, daß die Erde und ihre Bewohner das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde geheilt wurde.” (Off. 13,11,12)

Dieses “andere Tier” ist Leviathan, der zum Knecht Mammons degradierte Staat, der sich das Aussehen des Göttlichen, des Lammes, gibt, aber den Willen Satans tut. Was die Tiere auf der Erde anrichten bzw. geschehen lassen, wird ausführlich in den Visionen des Johannes dargestellt bis hin zur Geiselnahme der Menschheit durch die Kernwaffen:

“Und es (das “andere Tier”) vollbringt große Zeichen, d a ß es sogar Feuer vom Himmel herabfallen läßt auf die Erde vor den Augen der Menschen.” (Off. 13,13)

Die christlichen Infanten wissen damit nichts Besseres anzufangen, als Schuldsprüche auf die Menschheit zu häufen ob ihres vermeintlich sündhaften Lebenswandels auf Erden. Wenn sie den Widerspruch zu Off. 17,17 bemerken, vermögen sie nicht, diesen aufzulösen. Der Verstand gibt ihnen nicht die Kraft dazu.

Wir beten: “Dein Reich komme, dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden.” Das ist wahrhaftes Beten, voller Zutrauen zu einem Gott, der den Menschen “ins Herz (gab), nach seinem Plan zu handeln und in Ausführung dieses e i n e n Planes ihre  H e r r s c h a f t  d e m  T i e r  zu  geben, b i s  G o t te s  W o r t e
i h r e  E r f ü l l u n g  f i n d e n .” (Off. 17,17)

Das ist ein spekulativer – die Vernunft ausdrückender Satz. Nicht die Herrschaft des Tieres übt das Tier über die Menschen aus, sondern die Herrschaft der Menschen über sich selbst in Ausführung des göttlichen Plans. Das ist enorm!

Was wird an diesem Satz im Lichte des Begriffs sichtbar?

Vernunft und Verstand sind die im Geist unterschiedenen Momente, die
u n t r e n n b a r  reale Welten wirken, die in unterschiedlicher Wertigkeit ko-existieren. Gottes Wort, der Zweck (Trieb) des Begriffs, ist die Herrschaft der Vernunft (der Freiheit) als eine vernünftig  g e w o r d e n e  Welt. Das Gottesreich ist vermittelt durch das L e b e n Gottes, also ist es nicht ursprünglich, nicht ohne das Wirken Gottes (es ist vermittelt durch die
E r f ü l l u n g von Gottes Worten. (Off. 17,17)) Die Herrschaft der Vernunft ist nur durch die Aufhebung der Herrschaft des Verstandes, setzt diesen also voraus, denn aufgehoben werden kann nur, was ist. Die aufzuhebende Herrschaft des Verstandes ist Wirklichkeit durch die Menschheit, der Gott “ins Herz (gab), nach seinem Plan (der nichts anderes ist als der Zweck des Begriffs) zu handeln und in Ausführung dieses einen Planes i h r e Herrschaft dem Tier zu geben.”

Das ist spekulativ im Sinne der Hegel’ schen Logik: Nicht das Tier – Mammon – herrschaft über die Menschen, sondern die Menschen über sich selbst, indem sie es sind, die dem Tier die Herrschaft übergeben. Das macht es, daß die Menschen meinen, frei zu sein. Zwar leiden sie unter dem Tier, sind sich aber der Feindschaft nicht bewußt, die von Mammon gegen sie ausgeübt wird – Sie halten dies für ihr Schicksal, dem sie vermeintlich nicht entrinnen können. Karl Marx hat dieses Faktum mit dem Satz vermerkt, daß sich die Judenheit auf jüdische Art emanzipiert habe, indem die Christen zu Juden geworden seien. In der Tat, die Juden können sich eine Zukunft ohne Mammon nicht denken. Dafür fehlt ihnen der Begriff. Aber auf die K e n n t n i s  des Begriffs kommt alles an, weil die die verständige Welt überwindende Kraft allein das W i s s e n der Vernunft, der Begriff an und f ü r s i c h , ist.

Dem gründlichen Denken entwöhnt ergehen wir uns in Geringschätzung desselben; meinen, dieses sei nur ein Hilfs m i t t e l zu besserer Daseinsbewältigung. Wir sagen: “Der Mensch h a t Denkvermögen”, so als ob es ein Besitz neben anderem wäre; wo es doch allein richtig wäre zu sagen: “Wir Menschen s i n d Denken.” Mit dieser Ausrichtung bekommt die Ansage des Orakels von Delphi “Erkenne dich selbst!” erst seine eigentliche Bedeutung. Es ist dann der Auftrag, das Denken als solches zu erkennen; den Unterschied, den es in sich enthält, denkend zu fassen und seiner Bewegung n a c h z u d e n k e n , so wie es Hegel getan hat.

Wir würden uns ganz anders gefordert fühlen, wenn wir bedächten, daß

“alle Revolutionen, in den Wissenschaften nicht weniger als in der Weltgeschichte, nur daher kommen, daß der Geist jetzt zum Verstehen und Vernehmen seiner, um sich zu besitzen, seine Kategorien geändert hat, sich wahrhafter, tiefer, sich inniger und einiger mit sich erfassend.” (Hegel, W 9,20)

Die Offenbarung des Johannes rückt das Denken und seine Unterschiede – bisher unerkannt – dorthin, wo es hingehört: in das Zentrum des göttlichen Heilsgeschehens. Und mit dem Sich-Wissen des Begriffs, das Hegel erarbeitet hat, haben wir endlich den Schlüssel, mit dem wir das Tor öffnen können, das den Weg zum “neuen Himmel” und zur “neuen Erde” (off. 21) versperrt. Damit ist dann auch schon die Hauptkampflinie bestimmt: Es kommt darauf an, den Schlüssel endlich in’s Schloß zu stecken und umzudrehen.

In meinem Brief vom 24. August 2009 habe ich die “Schlüssel”-Szenen Off. 2,17 und 19,11-13 zitiert. Von v e r b o r g e n e m Manna (Geistspeise) , von einem weißen Stein ist die Rede, auf dem ein n e u e r Name geschrieben steht, “den niemand weiß als der ihn empfängt”. Kann man das anders deuten, als wie ich es hier vertrete? Die verborgene Geistspeise und der Stein mit dem unbekannten Namen stehen für die vom Verstand wohl zu unterscheidende
V e r n u n f t , die dem Verstand ein unbekanntes Wesen ist und nur durch sich selbst und nur von dem “gewu
ßt” werden kann, der sie “empfängt”. Die geistgeschichtliche Begebenheit der Empfängnis der Vernunft, des “neuen Himmels”, ist in ihrer Dramatik kaum zu übertreffen. Innerhalb nur eines Menschenalters wird auf Deutschem Boden in der unmittelbaren Berührung von Königsberg und Jena der “Drache” von Kant entzaubert, der damit “zugleich die vollkommene Erlahmung der Vernunft begründet” hat (Hegel, W 17,443). Doch ihre Auferstehung folgte auf dem Fuße im Wirken Fichtes, Schellings und Hegels, kaum das Tinte in Kants Manuskripten trocken geworden war. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Umstand, daß die Entfaltung des “Neuen Himmels” sowie die Bereitung der “neuen Erde” innerhalb von eineinhalb Jahrhunderten dreimal durch militärische Gewalttaten substantiell behindert worden ist, deren Real-Bilder von den Bildern der johanneischen Visionen in ihrer Grauenhaftigkeit kaum Übertroffen werden.

Hierher gehört nun die Deutung eines schändlich verlästerten Wortes Jesu Christi:

“Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird im Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.” (Matth. 13,12)

Dieses Wort ist Teil der Erläuterung, die Jesus seinen Jüngern vortrug, als diese wissen wollten, warum er zum Volk in Gleichnissen redete. Jesus antwortete:

“Weil euch gegeben ist, die Geschehnisse des Himmelreiches zu verstehen, ihnen aber ist es nicht gegeben.”

Jesus bezeugt, daß die “Geheimnisse des Himmelreichs” vom einfachen Volk nicht verstanden werden können, wohl aber von den Jüngern. Warum aber redet Jesus dann überhaupt zum Volk? Hier schlägt die Frage der Jünger ein:

“Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?” (Matth. 13,10)

Die dem einfachen Volk an sich unverständliche Wahrheit vermag auch schon im natürlichen Bewußtsein von sich Zeugnis zu geben, wenn sie sich in vertrauten Bildern und Vorstellungen, eben in Gleichnissen, ausdrückt. Aber dieses Verhältnis ist unsicher und instabil. Das eben hat Jesus im Gleichnis vom Sämann (Matth. 13,3-9) dem Volk vorstellig gemacht. Gegenüber seinen Jüngern hebt Jesus den wesentlichen Unterschied hervor, der zwischen dem
V e r s t e h e n und dem einfachen Ergriffen werden in Rücksicht auf “die Geschehnisse des Himmels” besteht. Die verstehen können, werden
deshalb immer mehr dieses Geschehen verstehen, während jene, in denen nur ein einfaches Einschwingen in die Wahrheit stattfindet, aus sich heraus keine weiteren Kenntnisse vor sich bringen können; vielmehr werden die von außen bewirkten Schwingungen allmählich verblassen und schließlich ihre Wirkung gänzlich verlieren. Daraus ist zu folgern, daß “Dienst für das Reich Gottes” in erster Linie das ernsthafte und nachhaltige Bemühen sein muß, sich der Fähigkeit zu bemächtigen, die “Geschehnisse des Himmelreiches” zu verstehen. Diese “Dienstpflicht” ist seit den Entdeckungen Kants und Hegels gänzlich neu gestellt, indem sich allein das Vernunftdenken als fähig erwiesen hat, den “Himmel” zu verstehen. Was im Mittelalter in den Formen des Verstandes als Wahrheit geglaubt worden ist, hat sich im Säurebad der Judäo-Französischen Aufklärung als Irrtum und Täuschung herausgestellt.

Durch Kant ist im Denken die Bedeutung des Wortes “Wahrheit” verloren gegangen. Die Judenheit hat kräftig mitgewirkt, die Wahrheit “zu einer unerlaubten Fiktion zu stempeln”. (Martin Buber)

Nach dem imposanten Vernichtungswerk der Aufklärung ist die Bedeutung der Erbsünde nun konkreter zu fassen. Dadurch, daß der Mensch – verführt durch den Verstand (die Schlange) – fähig geworden ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, ist er es Gott schuldig, dieses Vermögen ewig für die Bestimmung seines Handelns einzusetzen. Seit Kant und Hegel ist das Wissen um die Gefahr hinzugekommen, daß unser gewöhnliches Bewußtsein uns bei der Bestimmung dessen, was das Gute und das Böse ist, allzuleicht an der Nase herumführt:

“Im gewöhnlichen Bewußtsein hat man bei den endlichen Denkbestimmungen kein Arges und läßt sie ohne weiteres gelten. Alle Täuschung aber kommt daher, nach endlichen Bestimmungen zu denken und zu handeln.” (Hegel, W 8,86)

Das Hauptmoment unserer aus uns selbst geschehenden Überlieferung an die Herrschaft des Tieres (Off. 17,17) ist unsere Verstocktheit gegenüber der Forderung, das Denken der Vernunft z u  e r l e r n e n . Und e r lernen müssen wir dieses Denken, denn es ist uns nur durch diese Vermittlung gegeben. Das ist ein steiniger Weg. Der Gewinn aber sollte uns über alle Mühsal hinwegtrösten. Uns wird als Preis “das Dritte Auge” wachsen.

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Die Pius-Brüder leben – ohne es zu wissen – im Stand der Sünde. Sie können die Vernunft nicht vom Verstand unterscheiden. Mit rattenhafter Wut stürzen sie sich auf die Vernunft, weil sie diese ebenso wie den Verstand für den Teufel halten. Das ist die Sünde wider den heiligen Geist, die nicht vergeben werden kann.

Sie haben wohl einiges ü b e r Hegel gelesen, aber nichts von Hegel selbst. Das ist so, als hätten sie nicht das Neue Testament gelesen, sondern nur das, was Juden über Christus schreiben. Damit stehen sie auf der untersten Stufe der Himmelsleiter.

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